Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im E-Commerce

August 2016: Ergebnisse zu den Kosten von Kreditkarten nach der MIF-Verordnung

Die seit Dezember 2015 in Kraft getretene Regulierung der Interbankenentgelte für kartengebundene Zahlungsvorgänge (sogenannte „MIF-Verordnung“; MIF = Multilateral Interchange Fee) begrenzt die Entgelte für Issuer bei Kreditkartenzahlungen. Dadurch ergeben sich für Händler deutlich geringere direkte Kosten für die Akzeptanz von Kreditkarten. Das Regensburger Forschungs- und Beratungsinstitut ibi research an der Universität Regensburg hat sich in einer aktuellen Studie mit der Frage beschäftigt, in welchem Umfang sich die Regulierung in einer Senkung der Gesamtkosten bei der Kreditkartenzahlung im deutschen Online-Handel niederschlägt. Die Ergebnisse der Studie liegen nun vor und stehen kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Deutlicher Rückgang der Gesamtkosten bei Kreditkarten

Durch die MIF-Verordnung sind die direkten Kreditkartenkosten bei Händlern insgesamt deutlich gesunken. Obwohl neben der Zwangssenkung auch weitere Anpassungen bei Gebühren für Zusatz- oder Sonderleistungen durchgeführt wurden, sind die gesamten Kreditkartenkosten für den Händler deutlich niedriger als vor der MIF-Verordnung. Im durchschnittlichen Basisfall der Studie gingen die Gesamtkosten – unter Einbezug aller indirekten Kostenbestandteile – von 4,42 auf 2,94 Prozent des Umsatzes zurück.

Die Zahlung per Kreditkarte ist jetzt eines der günstigsten Zahlungsverfahren im Online-Handel – trotz gegenteiliger Einschätzung der Händler

Die Kreditkarte ist damit nun das günstigste Verfahren, wenn nur die direkten Kosten betrachtet werden. Berücksichtigt man die gesamten Kosten, ist sie das zweitgünstigste Verfahren nach der SOFORT Überweisung. Die gesamten Kosten sanken um 33 %, die direkten Kosten sogar um 62 % im Vergleich zur Situation vor der Regulierung. Die Höhe der Kostenreduktion ist dabei im Einzelfall unter anderem von der Umsatzhöhe und der Branche eines Unternehmens abhängig.

Die Auswirkungen der Regulierung schlagen sich erst langsam in Kostenreduktion nieder

Insbesondere bei Händlern mit noch nicht angepassten Kreditkartenakzeptanzverträgen, die auf einer sogenannten Blended Fee basieren, bei der die Interbankenentgelte nicht einzeln ausgewiesen werden, wirkt sich die MIF-Regulierung mit zeitlicher Verzögerung aus.

Diese Studien könnten Sie ebenfalls interessieren:

Studie: Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im E-Commerce

Gesamtkosten von Zahlungsverfahren im E-Commerce
August 2016: Ergebnisse zu den Kosten von Kreditkarten nach der MIF-Verordnung

Thomas Bolz, Holger Seidenschwarz, Dr. Ernst Stahl, Stefan Weinfurtner

26 Seiten, August 2016
ISBN: 978-3-945451-27-4